Am Donnerstag, den 27. November, hielten wir im Haus Rheinaue unsere diesjährigen ökumenischen Gedenkgottesdienste ab. Beide Feiern waren so gut besucht, dass der Andachtsraum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Ruhe und Aufmerksamkeit im Raum machten deutlich, wie wichtig dieses gemeinsame Erinnern ist.
Der erste Gottesdienst fand um 10.30 Uhr für die Wohnbereiche des Altbaus statt. Frau Jacobsen-Mulongo (evangelische Altenseelsorgerin) leitete die Feier. Gemeinsam mit Frau Jahn-Schader (katholische Gemeinde) gestaltete sie den ökumenischen Rahmen. Frau Kohlbrecher (Organistin) übernahm am Vormittag die musikalische Begleitung. Frau Lenz begleitete die Bewohner, während Frau Germann (Alltagsbegleiterin) und Frau Metzner (Sozialdienst) die Fürbitten sprachen und die Namen der Verstorbenen verlasen. Frau Nebel (Heimleitung) und Frau Sutaj (stellvertretende Pflegedienstleitung & Wohnbereichsleitung grün) entzündeten für jede verstorbene Person eine Kerze.
Insgesamt gedachten wir 69 Menschen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. 62 von ihnen lebten in der Altenpflege. Sieben Menschen kamen aus dem Pflege- und Therapiezentrum.
Ein zentrales Bild prägte den Gottesdienst. Vor dem Altar lag ein Kieselstein. Frau Jacobsen-Mulongo erzählte seine Geschichte. Er wirkte kalt und still. Doch sein Weg war lang. Er brach einst aus einem Felsen, wurde durch Wasser, Eis und Zeit geformt, verlor Kanten, bekam neue Muster und wurde weitergetragen, bis er schließlich in einem Fluss landete. Ein Stein ohne Leben und doch voller Geschichte.
Diese Erzählung machte spürbar, dass auch die Menschen, an die wir denken, viele Wege gegangen sind. Sie sammelten Erfahrungen, veränderten sich, begegneten anderen Menschen und hinterließen Spuren. Jeder Lebensweg war einzigartig. Mit dem Tod endet dieser Weg hier, aber die Erinnerungen bleiben und tragen weiter. Viele Bewohnerinnen und Bewohner hörten bei dieser Erzählung sehr aufmerksam zu. Die Kerzen, der Stein und die Stille schufen einen Raum, in dem Nähe und Abschied nebeneinanderstehen konnten.
Ein besonderer Eindruck entstand durch das Bild im Andachtsraum. Auf der einen Seite standen die Kerzen, die während des Gedenkens nach und nach entzündet wurden. Auf der anderen Seite war bereits die Krippe aufgebaut. So trafen Ende und Neubeginn sichtbar aufeinander.
Für viele Teilnehmende war die Namensverlesung ein stiller, aber zentraler Moment. Die Musik, die Kerzen und die Pausen gaben Raum, innerlich bei den Verstorbenen zu sein. Auch wenn Angehörige aus Platzgründen nicht teilnehmen konnten, blieben ihr Verlust und ihre Trauer sichtbar im Mittelpunkt. Jede Kerze erinnerte an ein Leben, das unser Haus geprägt hat. Die Texte und Gebete machten Mut und gaben vielen einen Halt für diesen schweren Moment.
Am Nachmittag um 15 Uhr fand der zweite Gottesdienst für die Bewohner des Neubaus statt. Auch hier war der Raum voll. Bewohner der Altenpflege und das Pflege- und Therapiezentrum (PTZ) waren gemeinsam dabei. Frau Jacobsen-Mulongo leitete den Gottesdienst erneut. Frau Jahn-Schader übernahm die musikalische Begleitung. Aus dem Pflege- und Therapiezentrum begleiteten Frau Rerich (Sozialdienst PTZ), Herr Iskam (Heimleitung PTZ), Frau Gutjahr (Alltagsbegleiterin) und die Alltagsbegleiterinnen des PTZ die Bewohner.
Auch dieser Gottesdienst griff die Geschichte vom Stein auf. Wieder brannten Kerzen für alle Verstorbenen. Wieder blieb Raum für Stille und für Gedanken an Menschen, die wichtig waren.
Wir danken allen, die den Tag mitgestaltet haben. Unser besonderer Dank gilt
Frau Jacobsen-Mulongo für die liturgische Leitung,
Frau Jahn-Schader für Musik und ökumenische Gestaltung
und Frau Kohlbrecher für die musikalische Begleitung am Vormittag.



